Vor- und Nachteile von Daunen- und Kunstfaser-Schlafsäcken

Ist ein Daunen- oder ein Kunstfaser-Schlafsack die bessere Wahl? Wo liegen jeweils Vor- und wo Nachteile?

Wenn es darum geht, den richtigen Schlafsack für die Outdoor-Tour zu finden, hat man heutzutage die Qual der Wahl: Es gibt viele unterschiedliche Modelle auf dem Markt, die sich vor allem im Hinblick auf die Füllung unterscheiden. So stellt man sich vor dem Kauf unter Umständen die Frage, ob man sich eher für einen Kunstfaser- oder für einen Daunenschlafsack entscheiden sollte. Fest steht, dass beide Varianten ihre Vor- und Nachteile haben, die es abzuwägen gilt. Nur so findet man letzten Endes ein Modell, das auch wirklich zum Einsatzzweck passt.

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Der Daunenschlafsack – welche Vorteile und Nachteile hat er?

Ein mit Daunen gefüllter Schlafsack gilt nach wie vor als hochwertigste Lösung, da er sowohl bei der Wärmeleistung als auch beim Gewicht und dem Packmaß überzeugt, was bei Kunstfasern oft nicht der Fall ist. Der Schlafsack bietet nicht ohne Grund eine hervorragende Wärmeleistung: Die Daune, welche in der Regel von Gänsen oder Enten stammt, isoliert die Wärme besonders gut. Doch auch bei den Daunen gibt es Qualitätsunterschiede. Erkennen lassen sich diese anhand der Bauschkraft, die in cuin (300 cuin ist dabei mindere Qualität, 800 cuin hohe Qualität) gemessen wird. Daunen liegen in den seltensten Fällen bei Schlafsäcken in Reinform vor, sondern werden mit normalen Federn gemischt. Optimal ist ein ausgewogenes Mischverhältnis von 90:10.
Der große Vorteil eines mit Daunen gefüllten Schlafsackes ist, dass er bei der identischen Wärmeleistung, wie die eines Kunstfaserschlafsackes, oft nur die Hälfte wiegt und auch kompakter im Packmaß ist. Wichtig ist allerdings, dass auch die Pflege des Schlafsacks nicht vernachlässigt wrid: Regelmäßiges Lüften und Waschen mit speziellem Daunenwaschmittel verlängert die Lebensdauer erheblich.
Geeignet ist das Modell mit Daune vor allem für kürzere Touren oder Outdoor-Trips, bei denen man zu Fuß unterwegs ist. Hier sind ein geringes Gewicht bzw. ein kleines Packmaß bei gleichzeitig hoher Wärmeleistung optimal.
Berücksichtigt werden muss dennoch, dass auch die Füllung aus Daune einige Nachteile aufweist. Nutzt man ihn beispielsweise im Winter, wo man über mehrere Tage unterwegs ist, sollte man vorsichtig sein, da die Feuchtigkeit des Körpers innerhalb der Füllung kondensieren kann. Die Folge: Er gefriert und trocknet nur schlecht.
Achten Sie also darauf, einen Daunenschlafsack in Gebieten mit möglichst geringer bis gemäßigter Luftfeuchtigkeit zu verwenden und vermeiden Sie Feuchtigkeit. Ein nass gewordener Daunenschlafsack braucht sehr lange, bis er wieder vollständig getrocknet ist und wärmt in der Zwischenzeit nicht richtig.

Kunstfaser – die positiven und negativen Aspekte

Ein Grund, warum sich vor allem junge Menschen häufig für Kunstfaserschlafsäcke entscheiden, ist, dass sie deutlich preiswerter als Daunen-Modelle sind. Gleichzeitig sind sie deutlich weniger empfindlich, was Nässe betrifft und somit auch sehr pflegeleicht. Sie trocknen dank der synthetischen Fasern schneller als echte Daune und wärmen auch dann noch, wenn die Füllung einmal feucht geworden ist. In der Regel besteht die Kunstfaser aus Polyester oder aus Polyolefin. Wichtig: Achten Sie beim Kauf dennoch auf Qualität. Ein guter Kunstfaserschlafsack besitzt Fasern, die von einer Silikonschicht umhüllt und so gegenüber Druckbelastung resistenter sind. Zwar wiegen diese Modelle meist etwas mehr, sorgen dafür jedoch auch für mehr Schlafkomfort, wenn man outdoor unterwegs ist.
Weil die Füllung selbst bei hoher Luftfeuchtigkeit nicht verklumpt, lassen sich Schlafsäcke mit Kunstfasern auch in Gebieten nutzen, wo es mit Daunenschlafsäcken bereits problematischer wäre. Selbst wenn man keinen niedrigen Temperaturen ausgesetzt ist oder den Schlafsack häufig nutzt, ist dieser eine gute Wahl.
Die Annahme, dass Kunstfasern automatisch eine mindere Qualität bedeuten stimmt also nicht. Denn diese Variante bietet durchaus Vorteile, die mit Daunen gefüllte Schlafsäcke häufig nicht bieten.
Wichtig: Berücksichtigen Sie beim Kauf auch, dass Sie ein Modell mit passender Komforttemperatur wählen, denn nur so können Sie sich outdoor damit wirklich wohl fühlen.