Temperaturbereiche und Temperaturangaben beim Schlafsack

Was genau sagt der Begriff Temperaturbereich über einen Schlafsack aus und welche Einstufungen gibt es?

Ein Schlafsack soll in erster Linie warmhalten, vor allem nachts, wenn man in einer Berghütte Unterschlupf gefunden hat oder outdoor am Strand zeltet. Schwitzen möchte man aber auch nicht. Zum Glück fallen hierzulande die Nächte jedoch eher selten tropisch aus. Tipp: Besonders für warme Nächte bietet sich ein Inlett als Sommerschlafsack an. Doch wie sieht es nun im Rest des Jahres aus? Im Winter muss man in jedem Fall mit Minusgraden rechnen. Die eigentliche Gefahr schlummert aber in den Übergangsjahreszeiten: Der Frühling erweckt die Natur zu neuem Leben, alles grünt und blüht. Trotzdem kann es nachts noch richtig kalt werden. Ähnlich trügerisch kann der goldene Herbst sein. Das Produkt muss ein Mindestmaß an Wärmeisolation leisten, damit man in der Nacht nicht mit den Zähnen klappert.

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Was sagt die Limit-Angabe aus?

Shops weisen häufig die Limit-Angabe eines Schlafsacks aus. Die Angabe „0 Grad“ zeigt doch an, dass man kühle Nächte im einstelligen Gradbereich während Frühling und Herbst aushalten kann, oder? Wer nach dieser Kategorie einen Schlafsack kauft, muss womöglich mit einem bösen bzw. kühlen Erwachen rechnen. Die Limit-Angabe bezieht sich auf einen Wert, der den unteren Grenzbereich festlegt. Eine Temperatur von 0 Grad ist damit schon hart an der Grenze zum Zähne-Klappern für das exemplarisch gewählte Modell. Doch wie kommen die Hersteller auf diesen und andere Werte?

Was bedeuten die Temperaturangaben und wie kommen sie zustande?

Deutschland ist bekannt für seine Gründlichkeit und jede Mengen Normen. Bei Schlafsäcken ist das nicht anders. Für Schlafsäcke gibt es die Norm EN 13537. Sie bestimmt die „Anforderungen an Schlafsäcke“ für Sport- und Freizeitaktivitäten und gilt gleichermaßen für Schlafsäcke mit Füllungen aus Daune und Kunstfaser. Von der Norm ausgenommen sind Militär-, Expeditions- und Kinderschlafsäcke. Doch wie wird man in der Praxis der Norm gerecht? Man muss den Schlafsack auf Herz und Nieren prüfen und das geschieht mithilfe eines Dummys oder genau genommen, mit zwei Glieder-Puppen. Eine entspricht der Norm-Frau (25 Jahre alt; 60 kg Gewicht; 1,60 m groß) und eine dem Norm-Mann (25 Jahre alt; 70 kg Gewicht; 1,73 m groß). Im Labor wird eine Art Standard-Umgebung geschaffen. Ein Test-Dummy in Unterwäsche und mit Mütze liegt in der Klimakammer und hat verschiedene Sensoren am Körper, mit der die Temperatur punktgenau gemessen wird. Aus den gemessenen Werten werden die Temperaturangaben ermittelt:

  • Tmax steht für den oberen Grenzbereich. Eine Angabe, die im Vertrieb oft nicht genutzt wird. Sie gibt an, wann es dem Menschen zu warm wird.
  • Tcomf ist das Kürzel für den Komfortbereich. Die Größe gibt Auskunft darüber, wann die Norm-Frau gerade noch nicht friert und entsprechend komfortabel im Schlafsack schläft.
  • Tlim steht für die Limit-Angabe und richtet sich danach, wann der Norm-Mann noch im Schlafsack schlafen kann, ohne wirklich zu frieren.
  • Text bezeichnet den Extrembereich, in dem es für die Norm-Frau nur noch ums nackte Überleben geht. Die angegebene Temperatur ist nur schwer auszuhalten, man friert im Schlafsack.

Die Werte sind vor allem angesichts der wechselnden Orientierung an Norm-Mann und -Frau recht verwirrend. Manche Hersteller sind dazu übergegangen, eigene Werte auf Datenblättern anzugeben, die nach ihren Angaben sowohl für Männer, als auch für Frauen gelten. Grundsätzlich gilt der Wert des Komfortbereichs (Tcomf) als zuverlässige Größe für Outdoor Begeisterte. Beim Kauf kann man sich an diesem Wert orientieren. Schließlich gibt er an, bei welcher Temperatur der Schlaf angenehm warm ist.